Archiv

Wie alles angefangen hat.

Nun ist das Koma Kino schon längst Geschichte und die letzte Party liegt über 5 Jahre zurück. Es ist also an der Zeit ein kleines Resume über die Anfangstage zu schreiben und wo findet dieses einen besseren Platz als im Archiv der Party selbst. Die Gründung des Koma Kino war der Beginn der Kooperation von Lorry, Reptile, Decoder und Harti. Dabei sollten zukünftig alle Parties gebündelt unter einem gemeinsamen Label laufen.

Damals vor vielen, vielen Jahren (um genau zu sein im Sommer 2001) trafen sich vier alte Bekannte zufällig in einem Kölner Club. Zu später Stunde diskutierte man heftig über laufende Parties und ob man nicht mal versuchen sollte, alle Erfahrungen, die jeder über die Jahre beim Veranstalten gesammelte hatte, zu nutzen und eine neue Party auf die Beine zu stellen. Über die musikalische Ausrichtung waren sich alle sofort einig. Es sollten die alten New Wave, Post Punk und Minimal Electro Heroen mit aktuellen Bands aus diesen Bereichen und artverwandten Stilrichtungen verbunden werden. In den kommenden Wochen und Monaten traf man sich regelmäßig und versuchte das schwerste Problem bei der Planung in den Griff zu bekommen.

Die Location.

Das war seit Mitte der 90er in Köln immer wieder ein Problem. Locations wie das Rhenania gab es nicht mehr und die Anzahl an bezahlbaren Alternativen mit passender Größe war eher übersichtlich. Viele Kölner Clubs waren für unsere Zwecke kaum geeignet, da sie sich in anderen musikalischen Gefilden angesiedelt hatten. Somit wurde klar, dass die Party nur zustande kommt, wenn wir alles in kompletter Eigenregie machen.

Diverse Locations wurden angerufen und finanziell durchkalkuliert, denn die Veranstaltung sollte ja auch mehr als einen Abend überleben. Der Erfolg war ziemlich mäßig und die Suche dauerte an. Die Entscheidung fiel dann schließlich auf die Mütze in Köln Mülheim. Ok, nicht unbedingt die coolste Location der Welt, aber immerhin schon mal ein bezahlbares Zuhause, und für ein Bürgerzentrum war der Laden dann doch verhältnismäßig düster und abgerissen. Das war auch genau das, was wir uns für die Party damals vorgestellt hatten. Nachdem der Vertrag mit der Mütze im Kasten war, wurden die ersten Flyer über den Kopierer (sic!) gezogen und in diversen Clubs verteilt. Parallel dazu entstand die erste Online Version des Koma-Kino’s. (Die selbst ich gerne mal wieder sehen würde. Mal suchen, ob die noch irgendwo rumliegt. Gehört ja irgendwie auch ins Archiv.)

Die erste Party

fand im August 2002 statt und wie es bei solchen Veranstaltungen ja eigentlich immer so ist: es ging schief, was schief gehen konnte. Die Lichtanlage brachte nur statisches Licht und das war bei ihrem Preis schlichtweg eine Frechheit. So klickten wir uns abwechselnd am Lichtpult die Gicht in die Finger (das hab ich noch drei Tage später gemerkt), um überhaupt für bewegtes Licht zu sorgen. Doch auch der ein oder andere Aussetzer der Soundanlage konnte uns nicht daran hindern, musikalisch das rüber zu bringen, was wir mit der Party transportieren wollten: einen schwarz-bunten Mix aus New Wave, Post Punk, Goth Rock, Minimal Electro und Indie. Die Anzahl der Besucher brach zwar keine Weltrekorde, überstieg aber letztlich sogar das von uns für den ersten Abend erhoffte.

Nach der Party wurde massiv umgeplant, so dass wir zur dritten Party zumindest eine andere Soundanlage und ein eigenes Lichtelement am Start hatten. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie oft Reptile und Decoder um 21 Uhr noch schnell zum Eventnotdienst nach Deutz gefahren sind, um die Party technisch zu retten. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass der Kerl vom Notdienst an unseren Partyabenden das Telefon schon immer direkt griffbereit hatte.

Bei den folgenden Parties trafen viele verschiedene Leute aufeinander. Alte Szenegänger, junge Neugierige und sogar aus überregionalen Gegenden (wie z.B. dem Ruhrpott). Einige sind auch heute noch Stammgäste auf der Attaque Surprise. Auch unser Resident Plattenstand von Ohral, der uns immer mit allem versorgte, was wir so aus dem Minimal Elektronik-Sektor brauchten, war von Anfang an beim Koma Kino dabei und hat mit uns gemeinsam das Licht in der Mütze bei der letzten Party ausgemacht.

Wie jedes Jahr stand auch zu Pfingsten 2003 das alljährliche Domplattentreffen für all diejenigen an, die nicht nach Leipzig pilgern wollten. Die Gelegenheit wollten wir uns nicht entgehen lassen und starteten mit dem Koma Kino das erste Pfingst Aftershock Special, dem noch zwei weitere in den nächsten Jahren folgen sollten.

Irgendwann (und ich kann gar nicht mehr genau sagen, wann das eigentlich war) überstieg der organisatorische Aufwand in der Mütze zunehmend das zeitlich machbare. Der Aufbau mit Anlage anliefern lassen und alles vor Ort organisieren startete für gewöhnlich schon um 18 Uhr und die Party endete mit Abbau und Kehren dann selten vor 8 Uhr morgens. Die Aftershocks des Koma Kino’s merkte man dann Montag Morgens immer ziemlich heftig. 😉

Wir folgten dann dem bereits länger vorliegendem Angebot, ins Shadow nach Leverkusen zu wechseln. Die Party startete dort fast nahtlos ohne zeitliche Unterbrechung. Alles weitere ist Geschichte.

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal allen danken, die unsere Parties besucht haben und vor allem auch denen, die noch heute dabei sind. Respektable Leistung uns mehr als acht Jahre zu ertragen. 😉

Kommen wir zum Schluss, dann könnt ihr ja auch mal einen Blick in die alten Playlists werfen. Das Koma Kino lebt weiter. Wenn auch auf eine etwas andere Art und Weise. Und das letzte Wort, ob es nun noch einmal ein Revival geben wird, ist noch lange nicht gesprochen.

Eins ist sicher!

Parties wie die Attaque Surprise hätte es in der heutigen Form ohne das Koma Kino wohl nie gegeben. Für uns bleibt es die konsequente Fortsetzung des Koma Kino Grundkonzepts. Ein Mix aus diversen Stilrichtungen die, wie wir glauben, einfach zusammen gehören. 😉

Ach ja, und bei Facebook haben wir übrigens mal eine Seite eingerichtet, die wir inzwischen mit Content in Form von alten Flyern und Bildern gefüllt haben:
http://www.facebook.com/komakino.kk